März 8, 2026

Wir sind ein ganz normales feministisches Magazin

„Wir sind ein ganz normales feministisches Magazin“, habe ich vor zwei Jahren im Gespräch mit einer Kollegin der „taz“ gesagt, in dem es um die „Apotheken Umschau“ ging.

Zum heutigen Weltfrauentag sage ich es wieder. Denn offenbar ist es 2026 in Deutschland immer noch (oder wieder?!) notwendig, demokratische Selbstverständlichkeiten entschieden auszusprechen.

Was, ist meine Gegenfrage, soll denn die „Apotheken Umschau“ sonst sein? Ein antifeministisches Magazin? Ein Magazin, dem die tatsächliche Gleichberechtigung von Frau und Mann egal ist? Das dazu keine Haltung hat?

Selbstverständlich steht die „Apotheken Umschau“ für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Karrierechancen, Anerkennung und faire Bezahlung von Care-Arbeit, Parität in Politik und Gesellschaft, körperliche Selbstbestimmung (insbesondere aber keinesfalls ausschließlich einschließlich des Zugangs zu Verhütung und Schwangerschaftsabbruch), Schutz vor Gewalt und Diskriminierung, Gleichberechtigung in Familie, Partnerschaft und Gesellschaft, kurzum: gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche Sicherheit und gleiche Selbstbestimmung für Frauen. Es ist eine Selbstverständlichkeit.

Schlimm ist, dass wir nach ein paar Jahren erstaunlich sachorientierter gesellschaftlicher Diskussionen in einer Zeit angekommen sind, in der es gerade in der veröffentlichten Meinung schick zu sein scheint, Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen. Sei es aus Lust am Widerspruch und als intellektuelle Freizeitbeschäftigung oder aus politischer Überzeugung. Das geht neben dem Feminismus noch anderen Themen so: Dem Schutz der Rechte von Minderheiten, dem Schutz der Religionsfreiheit, dem Schutz der Demokratie vor Demokratie- und Verfassungsfeinden, dem gemeinsamen Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung ohne Wenn und Aber.

Mein Bekenntnis zum Feminismus entsteht aus demokratischer Überzeugung und ist gleichzeitig ein egoistisches. Ich übe einen Beruf aus, den es nur in der freiheitlichen Demokratie ohne Einschränkung der Grundrechte geben kann. Und zur freiheitlichen Demokratie muss das Bekenntnis zu gleichen Rechten, gleichen Chancen, gleicher Sicherheit und gleicher Selbstbestimmung gehören, ohne Wenn und ohne Aber.

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